Kirche St. Peter

Evangelisch-
reformierte
Kirchgemeinde
St. Peter
St.-Peter-Hofstatt
8001 Zürich

 

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im Lavaterhaus

Uhrwerk Kirchturm St. Peter

Kirchturm und Uhrwerk

Speziell an der Kirche St. Peter ist, dass Turm und Kirchenschiff nicht denselben Eigentümer haben. Bis 1798 gehört der Turm dem Staat Zürich, seit 1803 tritt die Stadt Zürich für seine Rechte ein. Die weltliche Behörde nutzte den Turm vor allem für feuerpolizeiliche Aufgaben. Schon 1340 wurde der erste Hochwächter (Feuerwächter) eingesetzt. Bis zum heutigen Tag befindet sich der Turm in städtischem Besitz. Glockenstuhl und Glocken gehören der Kirche, ebenso der Anbau des Treppenhauses, das zum Turmeingang  und zum Kirchenestrich führt.

In vor- und frühromanischer Zeit war die Kirche St. Peter ohne Turm. Der erste massive 3-geschossige Turm entstand Anfang des 13. Jahrhunderts. Sein erstes Geschoss mit romanischem  rundbogigem Kreuzrippengewölbe ist noch original erhalten. Eine Erhöhung und einen neuen Helm erhielt der Turm um 1450.  Auf 40 m Höhe setzt der 24 Meter hohe achteckige Spitzhelm an. Man geniesst von hier, aus der ehemaligen Wachtstube,  eine wunderbare Aussicht über die Stadt und in die Ferne. Der Helm wurde letztmals 1996 mit 42000 Lärchenschindeln aus dem Engadin neu eingedeckt.

Uhrwerk
Eine gegen Ende des 13.Jahrhunderts entwickelte Hemmungs- und Regulierungsvorrichtung ermöglichte die gleichmässige Drehung einer Welle und damit die Konstruktion einer mechanischen Uhr. Ein mit der Uhr kombiniertes Schlagwerk erlaubte die akustische Anzeige der Uhrzeit. Die erste Uhr wurde 1366 eingebaut. Ihr einziges Zifferblatt war gegen die Limmat gerichtet und zeigte nur die vollen Stunden an.

Im 15. Jahrhundert fand die Umstellung von der kirchlichen Gebetszeit  zur städtischen Uhrzeit statt. Um 1460 wurde das Zeitgefühl vom Halb- auf den Viertelstundenschlag verfeinert. 1538 wurde die Schlaguhr ersetzt.

1538 wurden vier mächtige Zifferblätter auf alle vier Fassaden im vierten, von der Gotik geprägten Turmgeschoss aufgemalt. Das neue Uhrwerk von Hans Luterer im 3. Geschoss übertrug durch Stangen und Räder die Antriebskraft auf die Stundenzeiger. 1593/94 wurde dieses Uhrwerk ersetzt.

Im Jahr 1675  wurde das Schlagwerk durch F. Bachofen zur Pendeluhr umgebaut und damit die Genauigkeit erhöht. Noch 1826 musste ein Uhrenrichter mittels eines Flaschenzugs, der die Gewichte hob, die Uhr täglich mehrmals aufziehen.

Gleichzeitig mit der Zifferblatterneuerung 1844 wurde ein neues Uhrwerk mit  Viertelstundenschlag durch den Grossuhrmacher Johann Rudolf Frech aus Zürich eingebaut. Dieses Werk war mit über 20 Zahn- und einigen Schneckenrädern ausgestattet. Die Elektifizierung des Werks erfolgte 1873. Die Unruh, der elektrische Impulsgeber, befand sich im Haus zum Rüden.

1972 wurde die Unruh durch eine vollautomatische Hauptuhr in der Uhrenstube des St.-Peter-Turms ersetzt. 1996 wurde das elektrifizierte mechanische Uhrwerk von 1844 stillgelegt. An seine Stelle trat eine zentrale Computeranlage, welche die 4 Zeigerpaare direkt an den Achsen steuert.

Die Turmuhr von St. Peter zeigte ursprünglich Zürichs Lokalzeit an. Alle öffentlichen Uhren der Stadt hatten sich danach zu richten. Der Kirchturm von St. Peter hat das grösste Turmzifferblatt Europas, sein äusserer Durchmesser beträgt 8,64 Meter.

Glocken
Bis zum 1. Juni 1880 hingen im St.-Peter-Turm sechs Glocken unterschiedlichen Alters. Die älteste Schlagglocke stammt aus dem Jahre 1294. Verschiedene Gründe, wie fehlende Harmonie im Geläute zwischen den Glocken der Altstadtkirchen sowie die gefährliche Senkung des Glockenstuhls, führten die Kirchgemeinde dazu, 1879 der Anschaffung eines neuen Geläutes zuzustimmen. Die älteste Schlagglocke kam als Depositum ins Landesmuseum.

Der neue Glockenstuhl wurde aus Platzgründen und, da Eichenholz zu dieser Zeit schwer erhältlich war, aus Eisen erstellt. Im April 1880 wurden in der Giesserei Keller in Zürich Unterstrass die neuen fünf Glocken gegossen. Das fünfstimmige Geläute setzt sich wie folgt zusammen: 1. Totenglocke (As), 2. Rufglocke, 11-Uhr-Glocke  (c), 3. Betzeitglocke (es), 4. Sturmglocke (as), 5. Taufglocke (c’).

Bis 1927 wurden die Glocken von St. Peter von Hand geläutet. Dann wurde für die grosse Glocke ein elektrisches Läutwerk eingerichtet. 1957 erhielt jede Glocke einen Elektromotor.